Fabienne Romer | Konzertpianistin


Stiller Garten - där blomsterängar stå

Janna Vettergren, Mezzosopran
Fabienne Romer, Klavier

16.03.2012: Gartensaal Villa Boveri Baden
18.03.2012: Grosser Saal, Kloster Einsiedeln
22.03.2012: Alter Stadthaussaal Winterthur
23.03.2012: BauArt Basel

Das Projekt „Stiller Garten“

Im Schatten der grossen Lichtgestalten der Liedkunst, nicht selten gar im Verborgenen finden sich die Blüten der schweizerischen und schwedischen Klavierlieder - in jenem „Stillen Garten“, der dem Projekt der Schweizer Pianistin Fabienne Romer und der schwedischen Sängerin Janna Vettergren den Namen gegeben hat. Die beiden Musikerinnen bringen die Lied-Kulturen ihrer beiden Heimatländer in einen Dialog und zeigen auf, welche Vielseitigkeit und welch ein Reichtum an lyrischer Ausdruckskraft sich in diesem „Stillen Garten“ finden lässt, namentlich bei den Liedern, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entstanden sind.

Entdeckungen

Ein Kernanliegen dieses Projekts ist es, bereits bekannten und bewährten Lied-Blüten aus diesem „Stillen Garten“ auch Lieder zur Seite zu stellen, die ganz neu entdeckt werden können. Die Gegenüberstellung der beiden Schweizer Komponisten Othmar Schoeck (1886-1957) und Werner Wehrli (1892-1944) ist hierfür exemplarisch. Schoeck ist unbestritten der bedeutendste Liedkomponist der Schweiz - sein Liedschaffen ist musikwissenschaftlich aufgearbeitet und auf Tonträgern dokumentiert, auch wenn eine Vielfalt interpretatorischer Ansätze erst in Ansätzen zu beobachten ist. Die Lieder Werner Wehrlis dagegen sind echte Entdeckungen. Viele von ihnen schlummern weitgehend unbeachtet im Wehrli-Nachlass, der im Staatsarchiv des Kantons Aargau aufbewahrt wird. Fabienne Romer hat hier Wehrlis Lied-Manuskripte gesichtet und für dieses Projekt sechs ungedruckte Lieder aus dem Frühwerk des Komponisten ausgewählt, die ein Ausdrucks-spektrum von überschäumender Dramatik bis zu schlichter Lyrik eröffnen. Auf schwedischer Seite ist Ture Rangström (1884-1947) der Name, der in der Lied-Szene Skandinaviens schon etabliert ist, während das Liedschaffen Gunnar de Frumeries (1908-1987) erst seit einigen Jahren in seiner ganzen Breite entdeckt wird.

Ziel des Projektes

Fabienne Romer und Janna Vettergren sind der Überzeugung, dass es für das kulturelle Selbstverständnis eines Landes wichtig ist, sich mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Mit dem Projekt „Stiller Garten“ möchten sie einen Beitrag zu dieser Auseinandersetzung leisten, der durch den Dialog zweier Liedkulturen, die abseits von musikalischen Metropolen wie Wien oder Leipzig, London oder Paris zu ganz eigenen Ausprägungen gefunden haben, eine zusätzliche, äusserst spannende Dimension bekommt. Um diese Auseinandersetzung nachhaltig gestalten zu können, hat das Projekt der beiden Musikerinnen zwei Ebenen: Einerseits wollen sie im Konzert das Interesse des Publikums für diese unbekannte, aber bezaubernde Musik wecken; mit vier Konzerten in vier verschiedenen Kantonen (darunter die Heimat- und Wohnkantone von Othmar Schoeck und Werner Wehrli) soll dabei eine überregionale Ausstrahlung erreicht werden. Andererseits schafft eine in Koproduktion mit DRS 2 entstandene und kürzlich erschienene CD die Möglichkeit, die Werke zu Hause nachwirken zu lassen und das neu entdeckte Repertoire ins Herz zu schliessen.

Programm:

Gunnar de Frumerie (1908-1987)

Hjärtats sånger (Gedichte von Pär Lagerkvist)

När du sluter mina ögon
Det blir vackert där du går
Saliga väntan
Ur djupet av min själ
Som en våg Intet är förgäves

Werner Wehrli (1892-1944)

In einem Garten (Arno Holz)
Meine frühverliehnen Lieder (Rainer Maria Rilke)
Juli (Alfred Huggenberger)
Was willst vor meinem Rosengarten (Werner Wehrli)
Sturmlied (Ricarda Huch)
Lieblich hat sich gesellet (Anonym, 16. Jahrhundert)

Othmar Schoeck (1886-1957)

Waldeinsamkeit (Joseph von Eichendorff)
Ergebung (Joseph von Eichendorff)
Schöner Ort (Adolf Frey)
Lockung (Joseph von Eichendorff)
Kirchhof im Frühling (Ludwig Uhland)
Ruhetal (Ludwig Uhland)

Ture Rangström (1884-1947)

Regnvisan (Karl Asplund)
Melodi (Bo Bergman)
Serenad (Bo Bergman)
Adagio (Bo Bergman)
Vingar i natten (Bo Bergman)
Pan (Bo Bergman)

Das Projekt wird unterstützt durch

Werner Wehrli-Fonds

Stadt Baden

Unter dem Patronat der Schwedischen Botschaft